Erzpriester Constantin Miron: “Die Sehnsucht nach Freiheit und Respektierung der Menschenrechte ist ein Hintreten vor unseren Gott”

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Begrüßung zum Ökumenischen Gebet für Belarus

19. September 2020

Seit Wochen demonstrieren in vielen Städten Deutschlands und Europas Männer und Frauen für Freiheit und Demokratie in Belarus. Auch hier in Köln versammeln sich regelmäßig — meistens in der Nähe des Kölner Doms — Belarussen und Deutsche, um friedlich und kreativ gegen Wahlfälschung und staatliche Willkürherrschaft und Gewalt in Belarus zu protestieren.

Heute findet hier eine andere Kundgebung statt: nicht eine politische, sondern eine geistliche. (Auch wenn Ai Weiwei sagt «Alles ist Kunst, alles ist Politik«).

Für die Christinnen und Christen gleich welcher Konfession ist alles auch ein geistlicher Akt und so ist die Sehnsucht nach Freiheit und Respektierung der Menschenrechte, die uns heute zusammengeführt hat, ein Hintreten vor unseren Gott, der ein Gott der Liebe und der Freiheit ist.

Gerade eben wurden diese Bilder hereingetragen, Bilder u.a. von katholischen und orthodoxen Bischöfen, die für die Wahrheit eingetreten sind. In den Fürbitten werden wir nachher viele Namen hören, Namen von Inhaftierten und Gefolterten, von Verschleppten und Vermissten, von Verschwundenen und Getöteten. Wir bringen die Trägerinnen und Träger dieser Namen vor Gott, der „den Namen eines jeden kennt“ und wir beten für sie.

Der Höhepunkt unseres Gottesdienstes wird das Hineintragen von Ikonen und anderen geistlichen Symbolen aus Belarus und das Erheben des Kreuzes sein. Das Kreuz ist für uns nicht nur ein Zeichen des Leidens, sondern immer auch ein Symbol der Auferstehung. Diese Freude der Auferstehung wünsche ich Ihnen, die heute hier sind, allen, die vorhatten zu kommen, aber aus Gründen der Pandemie darauf verzichten mussten, und natürlich wünschen wir diese Freude Belarus.

So feiern wir diesen Gottesdienst:

IM NAMEN DES VATERS UND DES SOHNES UND DES HEILIGEN GEISTES. AMEN.

Христе́, и́стинный Бо́же наш, моли́твами Пречи́стыя Твоея́ Ма́тере, преподо́бных и богоно́сных оте́ц на́ших и всех святы́х, поми́луй и спаси́ нас, я́ко Благ и Человеколю́бец. Ами́нь.

Erzpriester Constantin Miron, Pfarrer der Kirchengemeinde „Entschlafen der Gottesgebärerin“ (Köln) http://orthodoxie-koeln.de, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (https://www.oekumene-ack.de).

Foto von Axana van der Ra.