Präsident Lech Walesa im Gespräch mit Generalkonsulin Cornelia Pieper, Danzig, im November 2020

Ich habe große Bewunderung für die Frauen in Belarus. Ich glaube auch, dass das Gebet uns vereinigen und uns größere Kraft verleihen kann, sodass die Frauen den Kampf zum Sieg führen werden. Sie haben schwierige Bedingungen. Russland ist ihr Nachbar. Aber die Welt schreitet fort in Richtung Freiheit und Demokratie. Je früher man sich dem anschließt, desto vorteilhafter ist es für ihr Land. Aber die Welt, vor allem Polen und Deutschland, müssen sie in ihrem Kampf unterstützen. Wir brauen sie! Es kann nur ein vereintes Europa mit Belarus und der Ukraine geben. Also liegt der schnelle Erfolg dort in unserem Interesse.

Ich beobachte ihren Kampf sehr genau und muss sagen, würde man den Vergleich zum polnischen Kampf machen, so sind wir im Jahr 1970. Also wir hatten den Willen zum Kampf, wir waren zahlreich, aber wir waren in der Wahl der Methoden nicht vorbereitet. Denn sie müssen darauf vorbereitet sein, Gespräche mit Russland und der Welt zu führen. Sie brauchen Personen, die verhandeln können, die sie vertreten. Sie kämpfen auf den Straßen, aber auf den Straßen kommt man zu keinen Lösungen. Dort kann man etwas erzwingen, etwas beschleunigen, aber das Finale findet fast immer am Tisch statt. Ich empfange hier oft verschiedene Delegationen aus Belarus. Ich bitte sie unter anderem, dass sie sich organisatorisch besser aufstellen, dass sie über Personen verfügen, die zur Führung von Gesprächen und in der Kommunikation mit den Medien erfahren sind. Dass sie dies professionell und effektiv machen. In meinem, aber auch im Fall der Frauen von Belarus ist es ähnlich. Es geht um den Dank für den geleisteten, wunderbaren, friedlichen Kampf, aber auch um Ansporn zu weiterem Kampf, sodass ein vollständiger Sieg erreicht wird. Also Dank und Unterstützung auf dem weiteren Weg. Das wäre der Sinn und Zweck des Nobelpreises, wenn unsere Bitte erhört wird: Ich werde darum bitten, dass der Friedensnobelpreis ihnen auch tatsächlich verliehen wird.