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	<title>Deutsch &#8211; Царква і палітычны крызіс у Беларусі</title>
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	<title>Deutsch &#8211; Царква і палітычны крызіс у Беларусі</title>
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		<title>Predigt über Apg 12,1-11 am 9.10.2022 in der Bartholomäuskirche / Dortmund (Pfr. Jens Nieper)</title>
		<link>https://belarus2020.churchby.info/predigt-uber-apg-121-11-am-9-10-2022/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anna Nötzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2022 17:08:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Казані, малітвы]]></category>
		<category><![CDATA[Міжканфесійнае супрацоўніцтва]]></category>
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		<category><![CDATA[Евангелічная царква ў Вестфаліі]]></category>
		<category><![CDATA[Енс Ніпер]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 9. Oktober 2022 in der Evangelischen Kirche St. Bartholomäus in Dortmund fand ein Solidaritätsgebet mit Belarus statt. Der Pastor dieser Gemeinde, Jens Nieper, hielt eine Predigt über die Apostelgeschichte 12,1-11, die er den belarussischen politischen Gefangenen widmete. Es war seine Antwort auf die apostolische Lesung und auf drei Geschichten von belarusischen politischen Gefangenen Christen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<a href="https://belarus2020.churchby.info/pastor-jens-niper-propoved-na-molitve-solidarnosti-s-belarusyu-na-deyan-121-11/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/ru.png" alt="Читать на русском"></a>



<p>Am <em>9. Oktober 2022 in der Evangelischen Kirche St. Bartholomäus in Dortmund fand ein Solidaritätsgebet mit Belarus statt. Der Pastor dieser Gemeinde, Jens Nieper, hielt eine Predigt über die Apostelgeschichte 12,1-11, die er den belarussischen politischen Gefangenen widmete. Es war seine Antwort auf die apostolische Lesung und auf drei Geschichten von belarusischen politischen Gefangenen Christen – der orthodoxen Tatjana Lassitsa, dem Katholiken Alexander Danilowitsch und dem Reformierten Wladimir Matskewitsch<em>,</em> die Natallia Vasilevich im Gottesdienst erzählte. </em></p>



<p>Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unsere Vater, und dem Herrn Christus Jesus!</p>



<p>„Jedes Kind braucht einen Engel“ &#8211; dieses Lied kennen viele von uns. Unser Organist Uwe Kaminski spielt es ja gern, wenn in unserer Gemeinde ein Kind getauft wird.</p>



<p>Offensichtlich brauchen aber nicht nur Kinder einen Engel, sondern auch Petrus. In der Geschichte haben wir es ja eben gehört. Petrus wird gefangen und ein Engel befreit ihn in wunderbarer Weise. Eigentlich genau so, wie man sich das von einem Engel vorstellt: der Engel hat kein Problem, die Ketten zu sprengen und verschlossene Türen zu öffnen. Und das alles, ohne daß die Wachen etwas bemerken.</p>



<p>Wunderbar – zu wunderbar und märchenhaft klingt diese Geschichte. Viele von denen, die in Belarus in den Gefängissen und Lagern des Lukaschenka-Regimes einsitzen, werden die biblische Geschichte von der Befreiung des Petrus kennen. Ob sie für sie eine Hoffnungsgeschichte ist? Ob sie die Zuversicht nährt, daß auch ihre Ketten früher oder später abfallen und die Kerkertore aufspringen?</p>



<p>Oder klingt solch eine Geschichte für die Gefangenen eher wie der blanke Hohn? Zynisch angesichts von Rechtsunsicherheit und Willkür, von Drangsalierung und Bösartigkeit?</p>



<p>Das Nobelpreiskomitee war ja so nett und aufmerksam, passend für unseren heutigen Solidaritätsgottesdienst am Freitag dem belarussischen Menschenrechtler Ales Bjaljazk den Friedensnobelpreis zu verleihen [augenzwinkend]. Bjaljazk ist auch einer der vielen Inhaftierten in Belarus. Einer von denen, denen ein Engel zur Befreiung guttäte. Er reiht sich ein in die Beispiele, die wir eben ja vorgestellt bekommen haben.</p>



<p>Nein, die Apostelgeschichte lässt sich nicht einfach 1:1 auf die Situation in Belarus übertragen – auch wenn es auf den 1.Blick verführerisch ähnlich klingt. Präsident Lukaschenka ist nicht der König Herodes. Und der getötete Jakobus und der gefangene Paulus sind nicht die Bürger eines Staates, die sich für Freiheit und Demokratie, Recht und Sicherheit einsetzen.</p>



<p>Aber ganz unähnlich sind sich die biblische Geschichte und die Lage in Weißrußland auch nicht. Denn letztenendes geht es in beiden Geschichten um Macht. Um bedrohte Macht. Hier um eine neue religiöse Bewegung, die die Ordnung infrage stellt, dort um Bürger- und Menschenrechte, die das Regime delegitimieren.</p>



<p>Und die Folge war vor 2000 Jahren nicht anders als es heute ist: Tod und Gewalt, Unterdrückung und Haft.</p>



<p>Die Bibel erzählt, daß die christliche Gemeinde auf Mord und Gefangenschaft ihrer Anführer mit Gebet reagierte.</p>



<p>Und das ist die Antwort darauf, was wir tun können – ja tun sollen – angesichts der ungerechten Lage in Belarus: Beten.</p>



<p>„Nur beten?“, werden jetzt einige fragen. „Was ist denn schon beten?“. Die Bibel zeigt, daß Beten manchmal mehr bewirkt, als man sich gemeinhin vorstellt. Und das ist nicht nur ein statement der Bibel: Ich kennen aus der Ökumene viele Menschen, die das Füreinander-Beten sehr ernst nehmen. Ich engagiere mich ja vor allem für den Nahen Osten. Und oft habe ich schon Glaubensgeschwister getroffen, die ganz ernsthaft sagen: „Betet für uns. Wir spüren, wenn Ihr für uns betet. Es hilft uns.“.</p>



<p>Solche Worte sind für mich weit mehr als nur frommes Gerede, kirchliche Floskeln, die man sagt, weil man es halt so tut. Für mich sind das glaubwürdige Glaubensaussagen. Sie sind die Ermutigung, Gott als dem Empfänger unserer Gebete mehr zuzutrauen, als dies unsere Alltagserfahrungen nahelegen.</p>



<p>Ja, möglicherweise sendet Gott als Reaktion auf unsere Gebete seine Engel aus, um Menschen zu retten und zu befreien. Vielleicht sind das Engel als überweltliche Lichtgestalten mit wunderbaren Kräften. Vielleicht sind es aber auch ganz menschliche Engel. Menschen, die etwas bewegen. Menschen, die Unerwartetes bewegen, die Verhältnisse ändern und so Freiheit bringen.</p>



<p>Wir denken dabei heute und aufgrund unserer Partnerschaft nach Minsk besonders an Belarus. Aber ich bin mir sicher, daß nicht nur ich dabei auch die Ukraine und Rußland im Hinterkopf habe. Und dahinter reihen sich viele Länder ein, denen Engel auch gut täten: im Nahen Osten, in Afrika, in Ostasien, in Lateinamerika.</p>



<p>Und in gewisser Weise Reihen wir uns damit in die Engelsschar ein. Denn mit unserem Beten, mit unserem Informieren, mit unserem Nachdenken und unserem Aufmerksamwerden werden wir eben auch aktiv. Wir sind sozusagen die Hintergrundlogistik für die Engel an der „Front“, für die Engel, die im Ernstfalleinsatz sind.</p>



<p>Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre für diese Aufgabe Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Glaube bedeutet Entscheidung. Rede des lutherischen Studenten Mikhail Shavelsky, der im Krieg in der Ukraine starb</title>
		<link>https://belarus2020.churchby.info/glaube-bedeutet-entscheidung-rede-des-lutherischen-studenten-mikhail-shavelsky-der-im-krieg-in-der-ukraine-starb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Дмитрий Корнеенко]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 04:57:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Выступленні, допісы ў фэйсбуку, інтэрв'ю]]></category>
		<category><![CDATA[Пратэстанцкія цэрквы]]></category>
		<category><![CDATA[Міхаіл Шавельскі]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich möchte mit einem Zitat aus dem sechzehnten Artikel des Augsburger Bekenntnisses beginnen: &#8220;Daher sind die Christen notwendigerweise verpflichtet, ihren eigenen Regierungen und Gesetzen zu gehorchen, es sei denn, diese befehlen ihnen, zu sündigen; denn dann sollen sie Gott mehr gehorchen als den Menschen [Apostelgeschichte 5:29]&#8221;. Als meine Freunde und ich nach den gefälschten Wahlen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><a href="https://belarus2020.churchby.info/vera-oznachaet-reshenie-rech-studenta-lyuteranina-mihaila-shavelskogo-pogibshego-na-vojne-v-ukraine/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/ru.png" alt="Читать на русском"></a></p>



<p>Ich möchte mit einem Zitat aus dem sechzehnten Artikel des Augsburger Bekenntnisses beginnen: &#8220;Daher sind die Christen notwendigerweise verpflichtet, ihren eigenen Regierungen und Gesetzen zu gehorchen, es sei denn, diese befehlen ihnen, zu sündigen; denn dann sollen sie Gott mehr gehorchen als den Menschen [Apostelgeschichte 5:29]&#8221;.</p>



<p>Als meine Freunde und ich nach den gefälschten Wahlen in Belarus an der Universität zu demonstrieren begannen, da haben mich diese Worte im Inneren geleitet. Ich berief mich auf diesen Artikel, als ich ins Dekanat gerufen wurde. Man wollte Druck auf mich ausüben. Am 30. Oktober wurde ich dann aus meiner Wohnung entführt. Warum entführt und nicht verhaftet? Wie sonst soll man die Tatsache bezeichnen, dass man von zwei Personen in Zivil in ein Auto gestoßen und in eine unbekannte Richtung gefahren wird?</p>



<p>Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen. Das habe ich mir während der Verhöre, die fast einen ganzen Tag dauerten, immer wieder vorgesagt. Als mein Telefon nicht per Fingerabdruck entsperrt werden konnte (der Zugang zum Telefon ist für die Polizisten sehr wichtig), sagte einer der Beamten scherzhaft: &#8220;Nun, Sie brauchen Ihre Finger nicht mehr&#8221;.</p>



<p>Wir Christen sind es gewohnt, respektvoll über das Konzept des &#8220;Wortes&#8221; zu sprechen. Aber ich habe auch die andere Seite gesehen. In &#8220;Worten&#8221; drohte ein KGB-Offizier, die Kirche zu durchsuchen, in die ich gehe. Nur weil ich dort helfe und sie einen Grund hätten, dort alles auf den Kopf zu stellen. In den &#8220;Worten&#8221; schlug derselbe Mitarbeiter vor, ich solle die Namen meiner Begleiter nennen und in Ruhe mein Studium an der Universität fortsetzen. Wie Sie sich denken können, wählte ich einen anderen Weg. &#8220;Ich kann nicht anders&#8221;. 9 Tage im Gefängnis. Tage, an denen mich derselbe KGB-Offizier während der Verhöre immer wieder bedrohte. Die Tage, an denen man manchmal verdorbenes Fleisch zum Abendessen bekommt, das extra gesalzen ist, damit man es nicht schmeckt. Tage, an denen ich sehr unterschiedliche Menschen gesehen habe. Ich habe viele Menschen gesehen, die an Protesten teilgenommen haben und verhaftet wurden. Ich habe einen echten Pädophilen mit einem Blick voller Hass und Abscheu gesehen. Es war eine wertvolle Erfahrung, aber nicht so viel, wie man als Zwanzigjähriger machen sollte. Am vierten Tag meiner Verhaftung wurde ich von der Hochschule verwiesen und dann zur Armee einberufen. Das Leben eines verhafteten Mannes in der Armee ist &#8211; kurz gesagt &#8211; die Hölle. Man kann es sogar als eine Art Gefängnis betrachten. Deshalb habe ich nach der Verhaftung beschlossen, das Land zu verlassen. Und ich bin der Christlichen Theologischen Akademie in Warschau sehr dankbar, dass sie mich aufgenommen hat. Besonders möchte ich Professor Sojka danken, der mir mit unendlicher Geduld bei meinen Problemen an der Akademie geholfen hat. Ich möchte auch Frau Anna für ihre Bereitschaft danken, bei den organisatorischen Fragen meines Aufenthalts in Polen zu helfen. Insgesamt bin ich der Polnischen Lutherischen Kirche sehr dankbar für ihre Hilfe.</p>



<p>Abschließend möchte ich sagen, dass ich das hoffe. Die Hoffnung und der Glaube, dass ich in mein Heimatland zurückkehren und der Kirche dienen kann, in der ich einst ein Bach-Konzert besuchte und als ein Mensch blieb, der an Christus glaubte. Aber heute ist dieser Glaube unter den Ruinen der friedlichen ukrainischen Häuser begraben. Und die Hoffnung wird unter dem Gewicht der russischen Panzer im Schlamm zermalmt. Ich weiß nicht, wie ich in das Land zurückkehren soll, das zum Protektorat Russlands geworden ist. Ich weiß nicht, wie ich den ukrainischen Brüdern in die Augen sehen soll, und ich entschuldige mich dafür, dass es mir nicht gelungen ist, Lukaschenko im Jahr 2020 zu stürzen. Ich weiß es nicht. Aber ich tue es trotzdem. Ich glaube immer noch an Jesus Christus. Ich glaube, dass der Tod bereits besiegt wurde.</p>



<p>Und da diese ganze Geschichte noch nicht zu Ende ist, möchte ich auch das Ende meiner Rede offen lassen. Deshalb werde ich Dietrich Bonhoeffer zitieren und ich denke, jeder wird verstehen, was ich eigentlich sagen wollte:</p>



<p>&#8220;Dein Ja zu Gott verlangt dein Nein zu aller Ungerechtigkeit, zu allem Bösen, zu aller Lüge, zu aller Unterdrückung und Verletzung der Schwachen und Armen, zu aller Gottlosigkeit und Verhöhnung des Heiligen. Dein Ja zu Gott verlangt ein mutiges Nein zu allem, was dich jemals daran hindern wird, Gott allein zu dienen, sei es dein Beruf, dein Besitz, dein Haus, deine Ehre vor der Welt. Glaube bedeutet Entscheidung&#8221;.</p>



<p><a href="https://glauben-verbindet.blogspot.com/2022/03/dein-ja-zu-gott-verlangt-dein-nein-zu.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Link</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Er belebte wieder und belarusifizierte die römisch-katholische Kirche, bereitete polnische Priester auf die Arbeit in Belarus vor. Ales Bjaljazki und sein katholischer Aktivismus in den 90er-Jahren</title>
		<link>https://belarus2020.churchby.info/er-belebte-wieder-und-belarusifizierte-die-romisch-katholische-kirche-bereitete-polnische-priester-auf-die-arbeit-in-belarus-vor-ales-bjaljazki-und-sein-katholischer-aktivismus-in-den-90er-jahren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Арцём Ткачук]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Oct 2022 07:03:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Аналітыка, каментарыі]]></category>
		<category><![CDATA[Рыма-Каталіцкая Царква]]></category>
		<category><![CDATA[Сведчанні]]></category>
		<category><![CDATA[Алесь Бяляцкі]]></category>
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					<description><![CDATA[Der belarusische Nobelpreisträger ist vor allem für seine Menschenrechtsaktivitäten bekannt. Bjaljazki kämpft seit 26 Jahren für die Menschenrechte in Belarus. Es ist jedoch wenig bekannt, dass er in den 90er-Jahren für die Wiederbelebung der katholischen Kirche in Belarus berühmt war. Es waren Ales Bjaljazki und seine Kameraden, die die erste katholische Zeitschrift „Chrystianskaja Dumka“ (Christlicher [&#8230;]]]></description>
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<p><a href="https://belarus2020.churchby.info/adradzhau-i-belarusizavau-kasczyol-ryhtavau-polskih-svyatarou-da-praczy-u-belarusi-ales-byalyaczki-i-yago-kataliczki-aktyvizm-u-90-h/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/by.png" alt="Па-беларуску"></a> <a href="https://belarus2020.churchby.info/ales-bialiatski/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/en.png" alt="Read in English"></a>
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</p>





<p>Der belarusische Nobelpreisträger ist vor allem für seine Menschenrechtsaktivitäten bekannt. Bjaljazki kämpft seit 26 Jahren für die Menschenrechte in Belarus. Es ist jedoch wenig bekannt, dass er in den 90er-Jahren für die Wiederbelebung der katholischen Kirche in Belarus berühmt war. Es waren Ales Bjaljazki und seine Kameraden, die die erste katholische Zeitschrift „Chrystianskaja Dumka“ (Christlicher Gedanke) herausgaben und Bücher druckten. Und Mitglieder der ehemaligen Belarusischen Katholischen Gemeinde, einer von ihm mitbegründeten Nichtregierungsorganisation, arbeiten bis heute für die Kirche.</p>



<p>„In den frühen 1980er-Jahren, als das religiöse Leben in der UdSSR an den Rand gedrängt wurde, wurden diese Themen in unserem Pro-Unabhängigkeitskreis unter dem Gesichtspunkt der Verteidigung des Rechts der Menschen auf Gewissensfreiheit und des Rechts der Belarusinnen und Belarusen auf ihre eigene Sprache in verschiedenen Konfessionen diskutiert. Uns interessierte natürlich der Zustand der römisch-katholischen Kirche. Wir haben Wilnaer Bücher und Zeitschriften der Zwischenkriegszeit, hauptsächlich von A. Stankevich (&#8220;Belarusische Sprache in den Heiligtümern&#8221;) und von anderen, neu fotografiert und heimlich verbreitet. Ich denke, es war eine theoretische Grundlage für Ales“, erinnert sich Bjaljazkis Kollege Vintsuk Vyachorka.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verlagstätigkeit</strong></h2>



<p>Im Juni 1990 fand in Minsk ein Treffen der örtlichen katholischen Gemeinde statt, während dessen die Teilnehmer das Organisationskomitee für die Gründung der Belarusischen Katholischen Gemeinschaft (BKG) wählten, – einer Organisation, die katholische Intelligenz und Aktivisten aus dem ganzen Land für 10 Jahre vereinen wird. Ales Bjaljazki war von Anfang an eines der aktivsten Mitglieder der Gemeinschaft.</p>



<p>Das BKG kämpfte für die Rückgabe der Kirchen an die Gläubigen, die Einführung religiöser Feiertage als gesetzliche Feiertage, die Entwicklung der belarusischen Sprache in der katholischen Kirche, die Gründung lokaler religiöser Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen und vieles mehr. Als Philologe und Schriftsteller war Bjaljazki in die Verlagstätigkeit der Gemeinde eingebunden. Er beteiligte sich an der Herausgabe Dutzender religiöser Publikationen, arbeitete an der Übersetzung liturgischer Bücher und gründete mit Unterstützern die Zeitschriften „Chrystianskaja Dumka“ (Christlicher Gedanke) und „Wera“ (Glaube). Die damaligen Mitglieder der metropolitanen Kommission für die Übersetzung der liturgischen Texte sagen, dass vielleicht einige der Psalmen aus den Lektionaren, die heute von den Gläubigen im Gottesdienst verwendet werden, von Bjaljazki<strong> </strong>übersetzt wurden.</p>



<p>Im gleichen Zeitraum war Ales Vorsitzender des Pfarrausschusses der Pfarrei St. Roch auf Zlata Gorka in Minsk. Diese Kirche war einige Zeit die einzige in Minsk, in der Messen in belarusischer Sprache gefeiert wurden. Viele Wissenschaftler, Künstler und Schriftsteller versammelten sich um diese Gemeinde. Priester Michal Sapel, der damalige Vorsteher, erinnerte daran, dass diese Kirche damals „ein wahrhaftig goldener Ort wurde, an dem sich viele prominente Intellektuelle versammelten“. „Sie waren sehr gewissenhaft bei der Arbeit, bei verschiedenen Übersetzungen. Um was auch immer man sie bat, taten sie alles. Obwohl es keine oder fast keine Mittel gab“, erzählte der Priester.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vorbereitung von Klerikern aus Polen auf die Arbeit in Belarus</strong></h2>



<p>In den frühen 1990er-Jahren reisten Dutzende Geistliche aus Polen in die Länder der ehemaligen UdSSR, um bei der Wiederbelebung lokaler Kirchen zu helfen. 1992 wurde im Gebiet von Święta Katarzyna bei Kielce ein spezieller Kurs eingerichtet, in dem polnische Priester und Nonnen vor ihrer Abreise das erforderliche Mindestwissen erhielten. Auf der Suche nach Spezialisten wandte sich die polnische Botschaft in Minsk an die BKG. Ales Bjaljazki wurde dann eingeladen, Geschichte zu unterrichten, und Alesia Siomucha und Alla Sokolovskaya lehrten die Kleriker die belarussische Sprache.</p>



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<p class="has-text-align-center"><em>Kurs für polnische Geistlichen vor ihrer Ankunft in Belarus. St. Katarzyna, 1992 / Fotos mit freundlicher Genehmigung von Alesia Siomucha</em></p>



<p>Innerhalb von zwei Jahren fanden mehrere Abschlüsse von Vorbereitungskursen für die Arbeit in Belarus statt. Jeder Vorbereitungskurs dauerte mehrere Monate und bildete bis zu 30 Personen aus. Priester Lukasch Kopaniak, der damalige Leiter dieser Initiative, erwähnt, dass trotz der politischen Veränderungen „hatten wir Angst vor Agenten“, und Ales war „eine verlässliche und bewährte Person mit guten Empfehlungen“. „Bjaljazki war sehr zurückhaltend, verbrachte Zeit alleine, las viel. Alle schätzten sein Wissen und seine Bescheidenheit“, denkt Kopaniak zurück. Priester Grzegorz Yuzwiak wiederum, ein Kapuziner und Absolvent eines dieser Kurse, erinnert sich daran, dass Ales jeden Tag die Kommunion nahm. „Manchmal schien es mir, als würde von ihm eine überirdische Energie ausgehen, die die Menschen anzieht“, sagt er, „Dank Ales habe ich mich in Belarus als meine zweite Heimat verliebt.“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Menschenrechtsarbeit als Fortsetzung christlichen Handelns</strong></h2>



<p>1996 kam es in Belarus zu einer Welle von Protesten gegen die Errichtung des Lukaschenka Regimes. Die Kundgebungen wurden brutal aufgelöst, ihre Teilnehmer verfolgt, und es wurde notwendig, die Inhaftierten zu unterstützen. So wurde das Menschenrechtszentrum „Viasna“ (Frühling) gegründet, und Bjaljazki begann, sich genau auf diese Tätigkeit zu konzentrieren.</p>



<p>1997 schrieb er, als würde er seine aktive Teilnahme am katholischen Leben zusammenfassen, dass „der bedingungslose Vorrang in der Zahl der belarusischen Veröffentlichungen der römisch-katholischen Kirche gehört, deren Universalismus und intellektuelles Niveau der lokalen Elite eine sehr schnelle Entscheidung über die Hauptsprache der Veröffentlichungen zugunsten des Belarusischen ermöglichten“. „Ich habe meine Kraft und Seele hineingesteckt“, erinnerte sich Bjaljazki später. Die Belarussische Katholische Gemeinde bestand bis Ende der 1990er-Jahre.</p>



<p>2011 wurde Ales Bjaljazki wegen „Steuerhinterziehung“ zu 4,5 Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil war politisch motiviert, und der Menschenrechtler wurde als politischer Gefangener anerkannt. Bjaljazki wurde vom damaligen Nuntius Claudio Gugerotti in der Kolonie besucht. Der Hierarch traf dann im Auftrag von Papst Benedikt XVI ein, um dem politischen Gefangenen seinen Segen zu überbringen. Bjaljazki beschrieb dieses Treffen in seinen „Gefängnisheften“ und schrieb unter anderem: „Gugerotti sagte: „Ich werde im Oktober beim Papst sein. Was soll ich ihm ausrichten?&#8221; – „Sagen Sie ihm, dass dies das größte Ereignis in meinem Leben ist. Die Aufmerksamkeit und Fürsorge des Papstes für uns. (&#8230;) Wir hoffen, dass seine Fürbitte für die politischen Gefangenen in Belarus Früchte tragen wird.“&nbsp;</p>



<p>Bjaljazki wird einmal sagen, dass ein Gläubiger zu sein für ihn große Geduld und Verständnis für das Anderssein in jeder seiner Manifestation bedeutet. Tatsächlich haben 26 Jahre Menschenrechtsarbeit unter schwierigen Bedingungen in Belarus und 3 Jahre Haft Ales nicht daran gehindert, Menschen bei Verteidigung ihrer Rechte zu helfen. Heute ist Bjaljazki wieder ein politischer Gefangener. Der Nobelpreisträger sitzt seit mehr als einem Jahr in einem belarusischen Gefängnis.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Spendensammlung für Verfolgte und von Verfolgung Gefährdete</title>
		<link>https://belarus2020.churchby.info/spendensammlung-fur-verfolgte-und-von-verfolgung-gefahrdete/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Хрысціянская візія]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2022 20:20:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Валанцёрская дзейнасць]]></category>
		<category><![CDATA[Міжканфесійнае супрацоўніцтва]]></category>
		<category><![CDATA[ХРЫСЦІЯНСКАЯ ВІЗІЯ]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160;&#160; „Christliche Vision“ kündigt einen Solidaritätsfonds zur Unterstützung von Christen an, die während der politischen Krise in Belarus und des Krieges in der Ukraine verfolgt wurden oder von Verfolgung bedroht sind. Der interkonfessionelle Aufsichtsrat für die Mittelverteilung besteht aus: Orthodoxer Priester, Erzpriester VLADIMIR DROBYSHEVSKY;&#160;verbrachte 2020 fünfundzwanzig Tage in Haft, derzeit – ein Flüchtling in Frankreich; [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<a href="https://belarus2020.churchby.info/sbor-v-fond-solidarnosti/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/ru.png" alt="Читать на русском"></a>&nbsp;&nbsp;<a href="https://belarus2020.churchby.info/solidarity-fund/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/en.png" alt="Read in English"></a>



<p>„Christliche Vision“ kündigt einen Solidaritätsfonds zur Unterstützung von Christen an, die während der politischen Krise in Belarus und des Krieges in der Ukraine verfolgt wurden oder von Verfolgung bedroht sind.</p>



<p>Der interkonfessionelle Aufsichtsrat für die Mittelverteilung besteht aus:</p>



<p><strong>Orthodoxer Priester,</strong> <strong>Erzpriester VLADIMIR DROBYSHEVSKY</strong>;&nbsp;verbrachte 2020 fünfundzwanzig Tage in Haft, derzeit – ein Flüchtling in Frankreich;</p>


<div class="wp-block-image is-style-rounded">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="521" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2022/09/vladimir_dro.jpg" alt="Драбышэўскі" class="wp-image-11501" style="width:250px;height:261px" srcset="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2022/09/vladimir_dro.jpg 500w, https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2022/09/vladimir_dro-193x201.jpg 193w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /><figcaption class="wp-element-caption">Very Rev. Uladzimir Drabysheuski</figcaption></figure></div>


<p><strong>Römisch-katholischer Priester VYACHESLAV BAROK</strong>; verbrachte 2020 zehn Tage in Haft, derzeit – ein Flüchtling in Polen;</p>


<div class="wp-block-image is-style-rounded">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="500" height="500" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2022/09/barok.jpg" alt="Барок" class="wp-image-11497" style="width:250px;height:250px" srcset="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2022/09/barok.jpg 500w, https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2022/09/barok-201x201.jpg 201w, https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2022/09/barok-100x100.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rev. Viachaslau Barok</figcaption></figure></div>


<p>Der Solidaritätsfonds führt laufende Sammel- und gezielte Spendenaktionen durch und ermöglicht verfolgten oder von Verfolgung bedrohten Christen folgende Hilfestellungen:</p>



<p>– Unterstützung bei Evakuierung oder Reisen in sichere Länder (Kosten im Zusammenhang mit Visaunterstützung, Flügen und Umzug in ein sicheres Land);</p>



<p>– Hilfe bei der Ersteinrichtung der Auswanderung (Lebenshaltungskosten, z. B. vorübergehende Unterbringung, Lebensunterhalt, Körperpflege- und Krankheitskosten, Versicherungen);</p>



<p>– Rechtshilfe (Anwaltshonorare, Beratungen, Beschwerdeschreiben);</p>



<p>– Hilfeleistungen für politische Gefangene und ihre Familien (Paketabholung, Hilfeleistungen nach der Haftentlassung, einmalige oder regelmäßige Familienunterstützung);</p>



<p>– Hilfe für christliche Flüchtlinge in schwierigen Lebens- und Alltagssituationen;</p>



<p>– Hilfe für belarussische Pfarreien und Gemeinden im Exil;</p>



<p>– Unterstützung bei der Arbeitssuche und Lösung kirchenspezifischer Angelegenheiten (Stipendiensuche, Dienstorte, Lösung kanonischer Schwierigkeiten).</p>



<p>Diese Hilfen werden individuell auf Anfrage gewährt. Die Höhe der Hilfe hängt von der Entscheidung der Gruppe „Christliche Vision“ und des Aufsichtsrats sowie von den finanziellen Möglichkeiten ab. Gegebenenfalls werden gezielte Fundraising-Aktionen angekündigt.</p>



<p>Hilfeanfragen sollten per Bot gestellt werden: @christianvisionBot</p>



<p><strong>Spenden:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>per <a href="https://www.paypal.com/donate/?hosted_button_id=NQE7VJPB6KVGL" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PayPal</a></li>



<li>per a <a href="https://www.paysera.com/pay/?data=cHJvamVjdGlkPTIzMjQ5NyZvcmRlcmlkPTAmYW1vdW50PSZjdXJyZW5jeT1FVVImYWNjZXB0dXJsPWh0dHBzJTNBJTJGJTJGYmVsYXJ1czIwMjAuY2h1cmNoYnkuaW5mbyZjYW5jZWx1cmw9aHR0cHMlM0ElMkYlMkZiZWxhcnVzMjAyMC5jaHVyY2hieS5pbmZvJmNhbGxiYWNrdXJsPSZ0ZXN0PTEmdmVyc2lvbj0xLjY=&amp;sign=083c1b20a19d112e21a10025e3b2739c" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Banküberweisung</a> mit folgenden Angaben:</li>
</ul>



<p>Empfänger:&nbsp; Christian Vision for Belarus<br>IBAN: LT543500010015775044<br>SWIFT/BIC: EVIULT2VXXX<br>Bank: Paysera LT, UAB<br>Bank address: Pilaitės pr. 16, Vilnius, LT-04352, Lithuania<br>Purpose of payment: Charity</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die letzten Worte im Gericht von Dmitry Daschkevits</title>
		<link>https://belarus2020.churchby.info/die-letzten-worte-im-gericht-von-dmitry-daschkevits/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Дмитрий Корнеенко]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jul 2022 13:18:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Выступленні, допісы ў фэйсбуку, інтэрв'ю]]></category>
		<category><![CDATA[ПЕРАСЛЕД]]></category>
		<category><![CDATA[Пратэстанцкія цэрквы]]></category>
		<category><![CDATA[Зміцер Дашкевіч]]></category>
		<category><![CDATA[Наста Дашкевіч]]></category>
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					<description><![CDATA[Die letzten Worte im Gericht von Dmitry Daschkevits. Er und seine Frau, Eltern von vier kleinen Kindern (der jüngste ist einen Monat alt) und aktive orthodoxe Gläubige, müssen sich vor einem belarusischen Gericht für friedlichen Protest gegen den Diktator verteidigen. Dmitry hat heute 1,5 Jahre Lagerhaft, seine Frau Anastasia 3 Jahr Strafe in häuslicher Umgebung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die letzten Worte im Gericht von Dmitry Daschkevits. Er und seine Frau, Eltern von vier kleinen Kindern (der jüngste ist einen Monat alt) und aktive orthodoxe Gläubige, müssen sich vor einem belarusischen Gericht für friedlichen Protest gegen den Diktator verteidigen. Dmitry hat heute 1,5 Jahre Lagerhaft, seine Frau Anastasia 3 Jahr Strafe in häuslicher Umgebung (strenge Überwachung, Ausgangsbeschränkungen, Alkoholverbot, Abzüge vom Lohn…) erhalten.</p>



<p>«Natürlich wusste ich, was mich erwartet, aber was ich von der Staatsanwältin hörte, übersteigt mein Verständnis….</p>



<p>Jesus hat uns die Macht gegeben, einem Menschen seine Sünden zu vergeben oder ihn zu bestrafen. Was für eine Sünde sollte es sein, wenn eine Mutter von vier Kindern, ein Frühchen, ins Gefängnis gehen soll?</p>



<p>Manchmal frage ich mich, was diese Leute denken, wenn sie ein Urteil fällen sollen. Es wäre einfacher, die Tiere vor sich zu sehen. So wie es ist, laufen sie lächelnd herum. Die Ermittler, die diese Fälle bearbeiten, entschuldigen sich, lächeln, bringen Süßigkeiten, um den Fall abzuschließen…</p>



<p>Letztes Jahr stand ich da… und dieses Mädchen kam mit Tränen in den Augen auf mich zu. Sie sagt: &#8220;Ich habe herausgefunden, dass Sie hier stehen, und bin gekommen, um mich zu entschuldigen&#8221;. Ich wusste nicht, wovon sie sprach. Sie sagt: &#8220;Mein Vater hat dir 2004 14 Tage Haft gegeben, weißt du noch?&#8221; Daran erinnere ich mich noch sehr gut, denn das war das einzige Mal, dass ich 14 Tage im Gefängnis war. Und dann, 17 Jahre später, kam die Tochter des Richters auf mich zu und sagte: &#8220;Es tut mir leid…&#8221; Wahrscheinlich einer der ergreifendsten Momente in diesen mehr als 20 Jahren…. Ich hatte keine Gelegenheit, sie zu fragen, aber sie muss mit Papa gesprochen haben, denn Papa hat all die Jahre darüber nachgedacht. Indem er mich 14 Tage ins Gefängnis brachte, wusste er, dass er etwas Illegales tat. Sogar 14 Tage, obwohl ich mich zu diesem Zeitpunkt auch über 14 Jahre nicht zu sehr aufgeregt hätte. Und jetzt fragen sie seit anderthalb Jahren nach einer Mutter mit einem Baby im Arm.</p>



<p>Was jetzt geschieht, ist nicht zu verstehen. Als ich festgenommen wurde, schlug man mich vor den Augen meiner schwangeren Frau zusammen und sagte: &#8220;Was sagt dieser Mann? Lassen Sie ihn normal sprechen. Er soll normal sprechen&#8221;. Als sie mit dem Auto unterwegs waren, sagte dieser Gubopovite: &#8220;Ich würde euch vernichten, nur weil ihr Kinder seid…&#8221; Ich sagte: &#8220;Was mache ich falsch?&#8221; Er sagte: &#8220;Nun, Sie schreiben Briefe, wir haben die Briefe gefunden und legen sie in die Strafsache&#8221;. Sie fanden die Briefe, die unsere Kinder an Maria Kolesnikova geschrieben hatten &#8211; &#8220;Maschenka, wir beten für dich, wir lieben dich.&#8221; Das ist ein Verbrechen &#8211; Kinder schreiben Briefe an politische Gefangene.</p>



<p>Als ich im Gefängnis Okrestina verhaftet wurde, lachte auch der Gubopovtsy: &#8220;Ihre Frau wird im Gefängnis gebären&#8221;. Ich dachte, das sei der schrecklichste Tag meines Lebens, aber heute ist er wahrscheinlich noch schrecklicher.</p>



<p>Nastachka, es tut mir leid, dass ich dich da mit reingezogen habe. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass uns das passieren könnte. Ich habe immer gedacht, dass ich dieses Kreuz trage, aber ich hätte nie im Traum daran gedacht, dass ich es auf dich legen würde. Verzeih mir, dass ich so wenig an dich denke. Ich liebe dich und bete für dich und für unsere Kinder, für unser Frühchen Daniil… (weint). Du bist eine heilige Frau…. Ich kenne niemanden, der so ist…. Es tut mir leid, dass ich Sie enttäuscht habe.</p>



<p>Ich verstehe nicht, was hier los ist…. Juristen glauben, dass der Verbrecher derjenige ist, der sich gegen Gewalt ausgesprochen hat, und nicht derjenige, der Gewalt ausübt. Für sie ist der Kriminelle derjenige, der die Wahrheit will, und nicht derjenige, der sagt: &#8220;Manchmal ist das Gesetz nicht auf der Höhe&#8221;. Ich hoffe auf den Willen Gottes, auch wenn ich nicht verstehe, was vor sich geht, aber ich sage Ihnen eines.</p>



<p>Es besteht kein Zweifel, dass ein solches System existieren kann. Ich wünschte nur, ihr Richter und Staatsanwälte würdet an eure Seelen denken.</p>



<p>Ich sage immer vor Gericht (obwohl es keinen Sinn macht): Jesus Christus sagt: &#8220;Was wirst du für deine Seele geben, wenn der Tag des Gerichts über die Gerechten kommt? Was würden Sie für Ihre Seele geben, wenn das Urteil wahr ist? Sie haben sich selbst als Richter bezeichnet. Gott nennt sich selbst einen Richter. Der Name Gottes ist Richter. Und ich antworte: Der Richter kam und hat mich zu Recht verurteilt, weil ich am 23. mit meinen Kindern rausgegangen bin und Broschüren &#8220;Gebet für Belarus&#8221; und Bibeln verteilt habe. Am Tag des wahren Gerichts wirst du nichts für deine Seele geben. Und Gott schenke deinen Kindern in 17 Jahren oder 17 Monaten oder dir selbst, dass du kommst und sagst: &#8220;Vergebt.&#8221; Und Gott weiß, dass ich niemandem von Ihnen etwas Böses wünsche. Das Einzige, worüber du ein wenig nachdenken musst, ist, was du tust, gibt es etwas, das du nicht tun würdest, wenn man es dir sagt, gibt es irgendwelche Grenzen für dich.»</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Natallia Vasillevich. Wo ist dein bruder? Was hast du getan?</title>
		<link>https://belarus2020.churchby.info/natallia-vasillevich-wo-ist-dein-bruder-was-hast-du-getan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Наталля Васілевіч]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2022 19:03:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Аналітыка, каментарыі]]></category>
		<category><![CDATA[Міжканфесійнае супрацоўніцтва]]></category>
		<category><![CDATA[Праваслаўная Царква]]></category>
		<category><![CDATA[Наталля Васілевіч]]></category>
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					<description><![CDATA[Fast ein Jahrzehnt ist seit der letzten ÖRK-Vollversammlung in Busan vergangen. Die orthodoxe Kirche hat jedoch keinen Grund zum Feiern, da sie in einer tiefen Krise steckt. Seit Jahrhunderten erwartet, seit Jahrzehnten aktiv vorbereitet, hätte das Heilige und Große Konzil der Orthodoxen Kirche, das 2016 schließlich stattfand, ein neues pfingstliches Ereignis sein können, jedoch scherten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://belarus2020.churchby.info/natallia-vasilevich-where-is-your-brother-what-have-you-done/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/en.png" alt="Read in English" /></a></p>


<p>Fast ein Jahrzehnt ist seit der letzten ÖRK-Vollversammlung in Busan vergangen. Die orthodoxe Kirche hat jedoch keinen Grund zum Feiern, da sie in einer tiefen Krise steckt. Seit Jahrhunderten erwartet, seit Jahrzehnten aktiv vorbereitet, hätte das Heilige und Große Konzil der Orthodoxen Kirche, das 2016 schließlich stattfand, ein neues pfingstliches Ereignis sein können, jedoch scherten vier der Schwesterkirchen im allerletzten Moment aus, opferten die panorthodoxe Einheit und das gemeinsame Zeugnis und ließen die Orthodoxie vor der ganzen Welt lächerlich aussehen; gleichzeitig will man aber vermeiden, „unsere internen Probleme vor der protestantischen Welt zu diskutieren“, wie es Metropolit Hilarion von Wolokolamsk auf der orthodoxen Vor-Versammlung in Paralimni formulierte.</p>



<p>Allerdings sind die internen orthodoxen Probleme so deutlich sichtbar, dass von einem gemeinsamen Zeugnis gar nicht mehr gesprochen werden kann: Das gesamte Gefüge der orthodoxen Kirche wird umgestaltet, da neue autokephale Kirchen gegründet werden und neue Kirchen, die Autokephalie anstreben, ob sie anerkannt sind oder nicht, die einseitige Aufkündigung der Kommuniongemeinschaft, das die Arbeit der Bischofskonferenzen in der Diaspora ernsthaft beschädigt,&nbsp; die Invasion der russischen Kirche im afrikanischen Kontinent, wo die Kirche verwundbar ist, schafft Verwirrung und Versuchungen und erschüttert die Stabilität der dortigen Pfarreien und Diözesen; und schließlich die schockierende Haltung der Führung der Russisch-Orthodoxen Kirche zum Blutvergießen in der Ukraine, als der Patriarch im Grunde der russische Militärinvasion seinen „Segen“ erteilte.</p>



<p>Während die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen näher rückt, befindet sich die orthodoxe Kirche in einem skandalösen Zustand, der die Glaubwürdigkeit des orthodoxen Beitrags zum gemeinsamen christlichen Zeugnis von der Liebe Christi in der leidenden Welt stark untergräbt. Das Opfer, das wir dem Herrn bringen werden, kann keine Gunst finden vor Seinen Augen (Gen 4:5), da einer der Brüder in unserer orthodoxen Familie sich als Kain erwiesen hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Sünde Kains</h2>



<p>Metropolit Onufry von Kyiw von der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche war der erste, welcher der unverschuldeten russischen Invasion in der Ukraine, die Tausende von Toten, Millionen von Flüchtlingen, dem Erdboden gleichgemachte Städte, Folterungen, Vergewaltigungen und Massaker zur Folge hatte, diesen Namen gab, denn es ist das Blut, das „aus der Erde schreit“ (Gen 4,10) in Butscha, Irpin, Mariupol, Cherson und Charkiw.</p>



<p>Es ist der Schrei, der bei der Inter-Orthodoxen Vor-Versammlung, die in Paralimi auf Zypern im Mai stattfand, kaum gehört wurde. Erzbischof Leo von Finnland drückte die Reaktion vieler Gläubigen aus, als er sagte, dass er enttäuscht sei von den Reaktionen der orthodoxen lokalen Kirchen, welche „die Wahrheit bezeugen und die Dinge beim Namen nennen sollen, nicht nur in theologischen, sondern auch in sozialen Fragen“.</p>



<p>Warum wurde die Stimme der ukrainischen Christen nicht gehört und warum vermieden es ihre Brüder und Schwestern, um es mit den Worten von Erzbischof Leo zu sagen, „direkter zu sprechen und zu handeln“?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Stimme der ukrainischen Christen</h2>



<p>Dies geschah <em>erstens</em>, weil die Ukraine, obwohl sie eines der größten europäischen Länder ist, keine Kirche hat, die Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen ist. So geht es auch Belarus und als orthodoxe Theologin aus Belarus weiß ich aus eigener Erfahrung, wie sehr das Engagement in der ökumenischen Bewegung und die Bedeutung der Ökumenischen Bewegung auf nationaler Ebene durch diese Abwesenheit geschwächt wird, wie dies zu einer Marginalisierung von entsprechenden Stimmen führt, die so in den Schatten geraten. In meinem eigenen Fall erlebte ich allerdings auch die positive Rolle, welche die Unterstützung durch ökumenische Jugendorganisationen und andere Kirchen dabei spielen kann, diese Stimmen zu stärken und das Zeugnis zu teilen. Eine solche Unterstützung wird jetzt von unseren Schwestern und Brüdern in der Ukraine mehr als je benötigt, und es ist unsere besondere Verantwortung für uns als Orthodoxe, die Stimmen der ukrainischen Kirchen mit allen Mitteln in die ökumenische Arena zu bringen und die Präsenz der ukrainischen Christinnen und Christen durch spezielle Delegationen, Kulturprogramme und Ausstellungen, und auch durch unsere eigene Teilnahme an der ÖRK-Vollversammlung zu unterstützen. Wir müssen sicherstellen, dass wir als Boten ihrer Beschwerden und Hoffnungen handeln können und zu Stimmen der Stimmlosen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Stimme der Russischen Kirche</h2>



<p><em>Zweitens </em>hat sich einfach der Agressor die Stimme des Blutes, das schreit, angeeignet. Patriarch Kyrill von Moskau hat uneingeschränkt „gesegnet“, was in Russland „militärische Spezialoperation“ genannt wird und was in Wirklichkeit eine ungerechtfertigte Aggression Russlands gegen den unabhängigen Staat Ukraine ist, und die Zerstörung der heiligen Gabe des menschlichen Lebens, Erniedrigung und Gewalt mit sich bringt. In Moskau wurde entschieden, wer die Ukraine auf der&nbsp; ÖRK-Vollversammlung vertreten soll, und man war darauf bedacht, sicherzustellen, dass keine anderslautende Stimme aus der Ukraine zu hören sein soll. Nach Kriegsbeginn hat die Heilige Synode der Russisch-Orthodoxen Kirche zwei zunächst nominierte Vertreter der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche, die bereit waren, im Namen des ukrainischen Volkes zu sprechen, nämlich die Priester Mykola Danilevich und Vasyl Prits, aus ihrer Delegation bei der ÖRK-Vollversammlung ausgeschlossen. Die Stimme der russischen Kirche selbst wird monopolisiert von einer Gruppe von Menschen, die wie zu Zeiten des Kalten Krieges die ökumenische Arena nutzt, um nicht für die authentische christliche Position zu werben, sondern eigennützige und politische Interessen zu vertreten. Diese Tatsache verlangt wiederum von uns orthodoxen Christen, insbesondere von denen, die in einer freien und demokratischen Welt leben, diese christlichen Stimmen der leidenden und Zeugnis ablegenden Christen, sowie die aus der eigenen Erfahrung entstandenen unabhängigen theologischen Berichte von der Basis zu fördern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Moralisch-ethische Urteilsbildung und die Pflicht, Rechenschaft abzulegen</h2>



<p><em>Drittens</em> erinnert uns die weltweite Kampagne mit der Forderung nach Ausschluss der Russisch-Orthodoxen Kirche aus dem ÖRK an die Pflicht der Kirchen und ihrer kirchenleitenden Personen, für ihre Worte und Taten, für ihre Einstellungen und ihr Handeln Rechenschaft abzulegen. Erzbischof Rowan Williams formuliert es so: „Wenn eine Kirche aktiv einen Angriffskrieg unterstützt, und es unterlässt, offenkundige Verstöße jeglicher Art gegen ethisches Verhalten in Kriegszeiten zu verurteilen, dann haben andere Kirchen das Recht, die Frage danach zu stellen.“ Und ich meine, sie haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht dazu. Was können wir etwa zur Diskussion über das Dokument über die moralisch-ethische Urteilsbildung beitragen, wenn wir es selbst in solch offensichtlichen und klaren Fällen, in denen kein komplizierter Unterscheidungsprozess notwendig ist, um zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, nicht schaffen, eindeutig und direkt auf die Situation zu reagieren?.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Liebe zu Christus ist anspruchsvoll und herausfordernd</h2>



<p>Meiner Meinung nach wäre ein Ausschluss der Russisch-Orthodoxen Kirche aus dem Ökumenischen Rat der Kirchen keine gute Idee. Trotz Repressionen und Drohungen gibt es viele lautstarke Stimmen von &nbsp;russisch-orthodoxen Geistlichen, die den Krieg verurteilen. Es gibt Beispiele für mutige Briefe von Hunderten&nbsp; orthodoxer Priester und indivviduelle Äußerungen von Priestern, Theologen und Gläubigen, die in Zeugnis, Verkündigung und Dienst wie die Bekennende Kirche handeln. In Belarus wurde der orthodoxe Priester Mikhail Marugo sogar zu 13 Tagen Haft verurteilt, weil er Blumen als Symbol des Friedens in seinen Händen hielt. Diese Martyria muss sichtbar sein, denn das ist die authentische christliche Stimme.</p>



<p>Der Dialog sollte fortgesetzt werden, aber das Ziel des Dialogs besteht nicht darin, jemanden sich wohlfühlen zu lassen oder Kontroversen zu vermeiden. Die Liebe Christi ist fordernd und konfrontierend und nicht nur tröstend. Es ist wichtig, Fragen zu stellen und Rechenschaft zu fordern nach dem Beispiel, das Gott selbst gibt, wenn er Kain nach dem Blutvergießen fragt: „Wo ist dein Bruder, was hast du getan?“(Gen 4,9-10). Wenn die Russisch-Orthodoxe Kirche im ÖRK bleiben will, muss sie mit dieser Frage und den entsprechenden Forderungen konfrontiert werden. Und wir Orthodoxe müssen die Ersten sein, die die Frage aufwerfen und immer wieder neu stellen: „Wo ist dein Bruder?“</p>



<p>Natallia Vasilevich, orthodoxe Theologin und Politikwissenschaftlerin aus Belarus, schreibt derzeit ihre Dissertation über den Präkonziliaren Prozess des Heiligen und Großen Konzils der Orthodoxen Kirche an der Universität Bonn. Sie moderiert die „Christliche Vision“, eine ökumenische Gruppe, die Priester, Theologen und Laienaktivisten der belarussischen Kirchen vereint und ein gemeinsames christliches Zeugnis im Kontext der anhaltenden politischen Krise in Belarus ablegen möchte. Sie ist Delegierte des Ökumenischen Patriarchats bei der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kirchliche Reaktionen in Belarus auf die russische Invasion in der Ukraine</title>
		<link>https://belarus2020.churchby.info/kirchliche-reaktionen-in-belarus-auf-die-russische-invasion-in-der-ukraine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Наталля Васілевіч]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Mar 2022 12:40:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Аналітыка, каментарыі]]></category>
		<category><![CDATA[Міжканфесійнае супрацоўніцтва]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://belarus2020.churchby.info/?p=8536</guid>

					<description><![CDATA[Die Reaktion der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften auf die russische Aggression gegen die Ukraine hängt in vielerlei Hinsicht mit den friedlichen Protesten von 2020 sowie deren Unterdrückung und den anschließenden Repressionen während des Jahres 2021 zusammen. Es ist daher nicht überraschend, dass die oppositionelle Gruppe „Christliche Vision“ als erstes mit einer Erklärung auf die russische [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://belarus2020.churchby.info/belorusskie-hristianskie-reakczii-protiv-rossijskogo-vtorzheniya-v-ukrainu/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/ru.png" alt="Читать на русском" /></a></p>


<p>Die Reaktion der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften auf die russische Aggression gegen die Ukraine hängt in vielerlei Hinsicht mit den <a href="https://www.noek.info/hintergrund/1743-aufbruch-ins-ungewisse-die-kirchen-und-die-proteste-in-belarus" target="_blank" rel="noreferrer noopener">friedlichen Protesten von 2020</a> sowie deren Unterdrückung und den anschließenden Repressionen während des Jahres 2021 zusammen. Es ist daher nicht überraschend, dass die oppositionelle Gruppe „Christliche Vision“ als erstes <a href="https://noek.info/nachrichten/osteuropa/belarus/2299-belarus-gruppe-christliche-vision-verurteilt-angriff-auf-die-ukraine" target="_blank" rel="noreferrer noopener">mit einer Erklärung</a> auf die russische Invasion in der Ukraine am Morgen des 24. Februars reagierte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Klare Verurteilung des russischen Angriffskriegs durch „Christliche Vision“</strong></h2>



<p><strong><br></strong>Vor dem Hintergrund der negativen Erfahrungen mit ökumenischen Reaktionen auf die Einmischung Russlands in die Ukraine 2014 stand die Gruppe „Christliche Vision“ hinsichtlich des jetzigen Krieges in der Ukraine vor der Aufgabe, ihre Position möglichst klar zu artikulieren und der ökumenischen Gemeinschaft zu vermitteln, um der Desinformation durch internationale Funktionäre der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) vorzubeugen. Dabei haben zwei Faktoren geholfen: Erstens verurteilte der Vorsteher der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK), Metropolit Onufrij (Berezovskij), den Krieg in der Ukraine eindeutig als russischen Angriff und Aggression und bezeichnete ihn als <a rel="noreferrer noopener" href="https://noek.info/nachrichten/osteuropa/ukraine/2314-ukraine-metropolit-onufrij-wirft-putin-brudermord-vor-kirchenoberhaeupter-loben-verteidigungswillen" target="_blank">„brudermörderisch“</a>. Diese klare Positionierung wurde zum Gegengewicht jeglicher Erklärungen seitens des Moskauer Patriarchats und spiegelte den Konsens der religiösen Anführer und Gemeinschaften in der Ukraine wider. Zweitens fand am 25. und 26. Februar die europäische Vorversammlung zur Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen Anfang September 2020 in Karlsruhe statt, an der Kirchenvertreter aus ganz Europa teilnahmen und die ukrainische und belarusische Seite die Möglichkeit hatten, ihre solidarische Position mitzuteilen.</p>



<p>In der <a href="https://belarus2020.churchby.info/erklarung-der-gruppe-christliche-vision-uber-die-militarische-aggression-gegen-gegen-das-brudervolk-der-ukraine-und-die-beteiligung-des-regimes-von-alexander-lukaschenko-daran/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stellungnahme von der Gruppe „Christliche Vision“</a> gibt es vier wichtige Aspekte: Erstens die eindeutige Definition der Geschehnisse in der Ukraine als kriegerische Aggression seitens Russlands. Zweitens der Hinweis auf die Rolle des Lukaschenka-Regimes, der das Territorium der Republik Belarus als Brückenkopf der kriegerischen Aggression zur Verfügung stellte, um so auf die faktische Okkupation des Landes durch Russland aufmerksam zu machen. Drittens die Verantwortung des Putin-Regimes für die Aggression konkret zu benennen, und zwischen dem russischen und belarusischen Regimen und ihren Unterstützern einerseits und der russischen und belarusischen Bevölkerung andererseits zu differenzieren. Viertens den Hinweis auf die Rolle der religiösen Oberhäupter in den entsprechenden Ländern und die Notwendigkeit einer Reaktion: „Wir bitten die Kirchenleitung von Russland und Belarus, ihre autoritative Stimme zur Verteidigung des Friedens zu erheben, die Aggression zu verurteilen, die Regierung von Russland und Belarus aufzufordern, alle Feindseligkeiten einzustellen und den bereits angerichteten Schaden mit allen Mitteln zu kompensieren.“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Katholische Gläubige kritisieren Stellungnahme der Bischofskonferenz<br></strong></h2>



<p>Im Gegensatz dazu versuchten die römisch-katholische Kirche in Belarus und die Belarusische Orthodoxe Kirche diese Punkte in ihren Stellungnahmen zu vermeiden. Am 26. Februar veröffentlichte die katholische Bischofskonferenz von Belarus <a rel="noreferrer noopener" href="https://catholic.by/3/news/belarus/14340-kkbb-ucraine-26-02-2022" target="_blank">eine kurze Erklärung</a> „im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine“. Darin wird die Rolle Russlands und von Belarus im „Konflikt“ mit keinem Wort erwähnt; der Hauptinhalt des Dokuments war der Aufruf zum Fasten und zum Gebet „mit der Intention des Friedens“.</p>



<p>Im Umfeld katholischer Oppositioneller rief diese Erklärung einen Sturm der Entrüstung hervor. Ein Mitglied der Gruppe „Christliche Vision“, der Katholik Artjom Tkatschuk, der 2020 die Kampagne <a href="https://noek.info/hintergrund/1663-position-der-kirchen-in-belarus-vor-den-wahlen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Ein Katholik fälscht nicht“</a> initiiert hatte, reagierte mit dem <a href="https://t.me/christianvision/2181" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kommentar</a>: „Wenn man so etwas sagt, sagt man besser gar nichts“. Er initiierte einen <a href="https://docs.google.com/document/d/11Lt17BmeNQuiRFFa7oxnS627LdILJ1HVveWl1XyGIQs/edit" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Appell von Katholikinnen und Katholiken</a> an die Bischöfe der belarusischen Bischofskonferenz, der zu einer außerplanmäßigen Versammlung aufrief und forderte, sich deutlich zu äußern und über die „Aggression der russländischen Streitkräfte gegen die Ukraine, der Teilnahme von Belarus daran und einer möglichen Mobilisierung, die gerade vor sich geht und geplant wird,“ ein klares und verständliches moralisches Urteil zu fällen. Innerhalb eines einzigen Abends wurden 350 Unterschriften gesammelt, <a href="https://t.me/christianvision/2202" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die unverzüglich an die Bischöfe geschickt wurden</a>.</p>



<p>Seine Empörung über die Stellungnahme der römisch-katholischen Bischöfe äußerte auch der Priester Jurij Peschetko, der bereits 2020 gegen das Verhalten des neuen Apostolischen Nuntius, Erzbischof Ante Jozić protestiert hatte, der bei der Übergabe seines Beglaubigungsschreibens an Lukaschenka gut gelaunt mit dem Diktator mit Sekt angestoßen hatte. Damals hatte <a href="https://t.me/christianvision/69" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Peschetko mit dem Plakat „Contradictur“</a> vor der Nuntiatur protestiert. Heute schrieb der Priester in seinem Blog „Wozu brauchen wir einen solchen Bischof?“ <a href="https://t.me/christianvision/2239" target="_blank" rel="noreferrer noopener">eine Reaktion</a> auf ein Sendschreiben zur Fastenzeit von Bischof Antonij Demjanko von Pinsk, der darin zum Krieg in der Ukraine schweigt. Kritisch gegenüber der Stellungnahme der Bischöfe <a href="https://t.me/rerumnovarum/488" target="_blank" rel="noreferrer noopener">äußerte sich auch der Autor</a> des beliebten Telegram-Kanals „Rerum Novarum“: „Vielleicht sollte man endlich die Eier haben und normale und harte Erklärungen abgeben, in denen Sie den Krieg als Krieg bezeichnen und nicht als Sondereinsatz, als eine schlimme Situation oder als einen Konflikt? Mörder als Mörder, Invasoren als Invasoren und Wahnsinn als Wahnsinn zu bezeichnen?“</p>



<p>Aufgrund dieses Drucks „von unten“ rief die katholische Bischofskonferenz in Belarus tatsächlich eine außerordentliche Sitzung ein und publizierte am 3. März <a href="https://catholic.by/3/news/belarus/14359-zvarot-kanferentsyi-katalitskikh-biskupa-u-belarusi" target="_blank" rel="noreferrer noopener">eine neue Erklärung</a>. Darin wurden zwei Forderungen der Laien und Priester erfüllt: Erstens erklärte man sich solidarisch mit der Ukraine und wurde zweitens die Bitte formuliert, „dass diejenigen, von denen es abhängt, es nicht zulassen, dass unser Land an diesem Krieg teilnimmt“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schweigende orthodoxe Hierarchie, protestierende Priester und Laien</strong></h2>



<p><strong><br></strong>Auch die Belarusische Orthodoxe Kirche (BOK), die zum Moskauer Patriarchat gehört, beeilte sich nicht, irgendeine Erklärung zur Situation abzugeben. Am 25. Februar wurde eine Erklärung von Metropolit Veniamin (Tupeko), dem Oberhaupt der BOK publiziert, in der er den Krieg in der Ukraine mit einem „Familienkonflikt“ verglich und zu Versöhnung und Friedensgebeten aufrief. Gleichzeitig verbat der Erzbischof Antonij (Doronin) von Grodno, seinen Geistlichen für die Ukraine zu beten. Das einzige zulässige Gebet war <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.patriarchia.ru/db/text/5905833.html" target="_blank">eine vom Moskauer Patriarchat vorgeschlagene Version</a>, gemäß der am Konflikt in der Ukraine „ausländische Völker“ schuld seien. Nicht einmal die Tatsache, dass die südlichsten Eparchien der BOK, von deren Territorien aus die russischen Streitkräfte die Aggression gegen die Ukraine ausführten, vor allem von ukrainischer Bevölkerung bewohnt werden, hat zu irgendeinen Ausdruck von Solidarität mit der Ukraine geführt. Gemeint sind die Eparchie von Brest, Turov und Gomel.</p>



<p>Ein derartiges Schweigen der belarusischen Bischöfe empörte die ukrainischen Orthodoxen. Geistliche der Eparchie von Rivne der UOK wandten sich <a href="https://rivne.church.ua/2022/03/02/duxovenstvo-chernectvo-ta-viryani-napisali-zvernennya-do-svyashhennikiv-ta-viryan-biloruskoji-pravoslavnoji-cerkvi/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">mit einer flehenden Bitte, einem „Hilfeschrei“</a> an Metropolit Veniamin: „Schweigen Sie nicht und wenden Sie sich an das Oberhaupt ihrer orthodoxen Kirche und an den Präsidenten ihres Landes, um den Mord am ukrainischen Volk nicht zuzulassen! […] Schauen Sie dem Krieg in der Ukraine nicht von der Seite zu. Wir bitten um eine öffentliche Verurteilung der Handlungen Russlands und seines Präsidenten Putin! Lassen Sie nicht zu, dass ihre Kinder unsere eigenen Leute umbringen! Wir bitten um Hilfe, Frieden in der Ukraine zu schaffen.“ Eine ähnliche Erklärung veröffentlichten <a href="https://sarny.church.ua/2022/03/03/zvernennya-do-duxovenstva-i-miryan-respubliki-bilorus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geistliche und Laien</a> der Eparchie Sarny der UOK. Doch seit <a href="https://belarus2020.churchby.info/erklarung-der-arbeitsgruppe-christliche-vision-zur-erzwungenen-absetzung-von-erzbischof-artemij-aus-der-leitung-der-diozese-von-grodno/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">der erzwungenen Demission</a> von Erzbischof Artemij (Kischtschenko) von Grodno im Zusammenhang mit den Protesten von 2020 gegen Gewalt und Gesetzlosigkeit, gibt es in Belarus keine Bischöfe mehr, die ihre Stimme gegen das politische Regime erheben.</p>



<p>Dagegen veröffentlichte eine große Anzahl an Priestern in den sozialen Netzwerken „nur für Freunde“ Aussagen gegen den Krieg und Deklarationen, welche die Gruppe „Christliche Vision“ sammelte und <a href="https://t.me/christianvision/2092" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auf ihrem Telegram-Kanal</a> publizierte. Zu den Priestern, die offen über ihre Antikriegsposition sprachen, zählten diejenigen, die sich bereits 2020 gegen Gewalt ausgesprochen hatten: Sergij Lepin, Andrej Nozdrin, <a href="https://t.me/christianvision/2182" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Georgij Glinskij</a> sowie Vladimir Drobyschevskij und Alexander Schramko, beide Mitglieder der „Christlichen Vision“, die sich in der erzwungenen Emigration befinden. Mit einer <a href="https://t.me/christianvision/2328" target="_blank" rel="noreferrer noopener">starken Antikriegspredigt</a> trat Diakon Dmitrij Dudkin auf. Eine ganze Reihe von Priestern aus Belarus unterzeichneten den <a href="https://docs.google.com/forms/d/1yOGuXjdFQ1A3BQaEEQr744cwDzmSQ1qePaaBi4z6q3w/viewform?edit_requested=true" target="_blank" rel="noreferrer noopener">offenen Brief</a> von Priestern der Russischen Orthodoxen Kirche mit dem Aufruf zur Versöhnung. Außerdem wurde ein Priester aus Minsk, <a href="https://t.me/christianvision/2198" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Michail Marugo</a>, verhaftet, als er am 28. Februar an einer Antikriegsaktion teilnahm, und zu 13 Tagen Administrativhaft verurteilt.</p>



<p>Gleichzeitig unterstützen diejenigen bekannten Priester, die bereits 2020 Lukaschenka unterstützt hatten, jetzt auch im Krieg die sog. russische „Spezialoperation“ – darunter Andrej Lemschonok und Archimandrit <a href="https://t.me/christianvision/2166" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Savva Mazhuko</a>. Letzter verkündete, dass <a href="https://belarus2020.churchby.info/apologiya-hristianskoj-russkoj-vojny-na-marshe-svyashhennik-vladimir-drobyshevskij-kommentiruet-filosofiyu-gomelskogo-arhimandrita/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Russen immer recht haben</a>: „Russischer Frieden ist besser als russischer Krieg! Doch wir machen beides um der Gerechtigkeit willen.“</p>



<p>Auch innerhalb des BOK gab es eine Reihe von Initiativen „von unten“, die sich von der Position des Moskauer Patriarchats und seiner belarusischen Filiale distanzierten. In einigen Kirchen weigerten sich Chöre, den Namen von Patriarch Kirill zu erwähnen. Orthodoxe Laien aus Belarus initiierten <a href="https://www.change.org/p/%D0%BF%D0%B0%D1%82%D1%80%D0%B8%D0%B0%D1%80%D1%85-%D0%BC%D0%BE%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B9-%D0%B8-%D0%B2%D1%81%D0%B5%D1%8F-%D1%80%D1%83%D1%81%D0%B8-%D0%BA%D0%B8%D1%80%D0%B8%D0%BB%D0%BB-%D0%BE%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%82%D1%8C-%D0%B2%D0%BE%D0%B9%D0%BD%D1%83-%D0%BF%D1%80%D0%BE%D1%82%D0%B8%D0%B2-%D1%83%D0%BA%D1%80%D0%B0%D0%B8%D0%BD%D1%8B-%D0%BC%D0%B8%D1%80-%D0%B4%D0%BB%D1%8F-%D1%83%D0%BA%D1%80%D0%B0%D0%B8%D0%BD%D1%8B-%D0%B8-%D1%80%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D0%B8?utm_content=cl_sharecopy_32499646_en-US:3&amp;recruiter=19851541&amp;utm_source=share_petition&amp;utm_medium=copylink&amp;utm_campaign=share_petition" target="_blank" rel="noreferrer noopener">einen Appell an den Patriarchen</a>, in dem sie ihn „mit letzter Hoffnung“ aufforderten, alles zu tun, um die russische Aggression zu stoppen: „Das ist Ihre historische Mission als Oberhaupt der ROK. Für Ihre Taten und Worte in diesen Tagen werden Sie sich vor dem Jüngsten Gericht Christi verantworten müssen. Dieses Jüngste Gericht findet bereits heute statt! Das Jüngste Gericht, bei dem jeder von uns für sich selbst entscheidet, auf welcher Seite des Herrn er stehen und welche Früchte er tragen wird. Dies ist das Jüngste Gericht für unsere gesamte Kirche, der entscheidende Moment, der ihr Schicksal in der Zukunft bestimmen wird.“</p>



<p>Am 3. März starteten orthodoxe Laien gleich drei Aktionen: Erstens gründeten sie den Telegram-Kanal der <a href="https://t.me/OrthodoxBelarus" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Orthodoxen Gewerkschaft von Belarus“</a>, der Informationen über den Krieg in der Ukraine sammelt, die nach Ansicht der Autoren für die belarusischen orthodoxen Gläubigen wichtig sind. Zweitens erschien auf der Website der wichtigsten orthodoxen Kirche des Landes, der Heilig-Geist-Kathedrale in Minsk, <a href="https://t.me/christianvision/2241" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ein Aufruf gegen den Krieg</a>, der auf die Website der UOK weiterleitete – auf den ein Aufruf des Hl. Synods der UOK und von Metropolit Onufrij, die die russische Aggression verurteilten. Die Kathedrale erhielt daraufhin sofort Besuch von den Sicherheitskräften, und die BOK war gezwungen, sich von der Erklärung auf der Website zu distanzieren, indem sie behauptete, die Website sei gehackt worden. Die Aussagen gegen den Krieg wurden als „politisch“ bezeichnet, die <a href="https://t.me/christianvision/2243" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nichts mit der offiziellen Position der Kirche</a> zu tun hätten. Interessanterweise wurde diese Formulierung, nachdem sie von der Gruppe „Christliche Vision“ als absurd kritisiert worden war, <a href="https://t.me/christianvision/2254" target="_blank" rel="noreferrer noopener">aus dem Text entfernt</a>. Dies deutet darauf hin, dass es innerhalb der BOK eine Gegenreaktion und eine Möglichkeit gibt, beschränkten Einfluss auf offizielle kirchliche Erklärungen zu nehmen.</p>



<p>Drittens trafen sich orthodoxe Frauen, insbesondere diejenigen, die Söhne im Wehrpflichtalter haben, zu einem Gebet in der Minsker Kathedrale, über das der <a href="https://t.me/souzmaterey/141" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Telegramkanal „Union der Mütter“</a> vorab berichtete. Das Regime reagierte ziemlich harsch auf dieses Gebet: Zu Beginn des Abendgottesdienstes befanden sich zahlreiche Polizisten und Polizeibusse sowie Polizisten in Zivilkleidung auf dem Gelände neben der Kathedrale. Frauen, die die Kirche betraten, wurden gefilmt und ihre Papiere kontrolliert. Insgesamt versammelten sich etwa hundert Frauen. Sie trugen keine Plakate und beteten einfach, ohne ihre Teilnahme an einer politischen oder zivilen Aktion irgendwie zum Ausdruck zu bringen. Zwanzig Minuten vor Beginn des Gebets wurden das Journalistenehepaar Diana Seredjuk und Yauhen Batura verhaftet und wegen Ungehorsams gegenüber Polizeibeamten zu 15 Tagen Administrativhaft verurteilt. Vier Frauen, darunter die bekannte orthodoxe Laiin Anastasia Nekraschewitsch, eine der Initiatorinnen des gesamtchristlichen Gebets am 13. August 2020, wurden nach dem Gebetsgottesdienst festgenommen. Igor Latuschko, Priester der Kathedrale, versuchte, die Frauen zu verteidigen, aber sie wurden trotzdem festgenommen. Nach mehreren Stunden auf der Polizeiwache wurden die Frauen wieder freigelassen.</p>



<p>Während in der katholischen Kirche aktive Laien und Priester die Positionen des Episkopats in Belarus beeinflussen können, ist es für die orthodoxen Bischöfe viel schwieriger, die Ukraine und die ukrainischen Orthodoxen öffentlich zu unterstützen, da die Leitung der ROK eine dem Putin-Regime gegenüber loyale Position eingenommen hat und die militärische Aggression rechtfertigt. Ausgehend von den Erfahrungen des Jahres 2020 riskiert jeder Bischof, dessen Äußerungen über den Diskurs des Moskauer Zentrums und die Politik des belarussischen Regimes hinausgehen, den Unmut dieser beiden Akteure und möglicherweise seine Absetzung oder andere Sanktionen. Daher sollte man nicht erwarten, dass die belarusischen Hierarchen ihre Stimme erheben. Deshalb bleibt es Laien und Priestern vorbehalten, sich von ihrem eigenen Gewissen leiten lassen und allen Drohungen zum Trotz die Stimme der Kirche zu sein.</p>



<p><em>Natallia Vasilevich</em>, Doktorandin an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Mitglied der Gruppe „Christliche Vision“.<br><br>Übersetzung aus dem Russischen: Natalija Zenger, Regula Zwahlen.</p>



<p><a href="https://noek.info/hintergrund/2357-kirchliche-reaktionen-in-belarus-auf-die-russische-invasion-in-der-ukraine">noek.info</a></p>
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		<title>Bischof Feige zum Krieg in der Ukraine und zu den ökumenischen Folgen</title>
		<link>https://belarus2020.churchby.info/bischof-feige-zum-krieg-in-der-ukraine-und-zu-den-okumenischen-folgen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anna Nötzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Mar 2022 13:03:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Лісты і звароты]]></category>
		<category><![CDATA[Міжканфесійнае супрацоўніцтва]]></category>
		<category><![CDATA[Міжнародная царкоўная салідарнасць]]></category>
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					<description><![CDATA[„Es darf keine offene oder indirekte Legitimierung des Krieges durch religiöse Akteure geben“ Mit großer Sorge verfolgt der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), den schonungslosen Krieg Russlands in der Ukraine und die humanitäre Katastrophe. „Ich bete für alle Menschen, die vertrieben, bedroht, verängstigt und auf der Flucht sind, und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://belarus2020.churchby.info/episkop-fajge-o-vojne-v-ukraine-i-ekumenicheskih-posledstviyah/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/ru.png" alt="Читать на русском" /></a></p>

<p><strong>„Es darf keine offene oder indirekte Legitimierung des Krieges durch religiöse Akteure geben“</strong></p>



<p>Mit großer Sorge verfolgt der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), den schonungslosen Krieg Russlands in der Ukraine und die humanitäre Katastrophe. „Ich bete für alle Menschen, die vertrieben, bedroht, verängstigt und auf der Flucht sind, und für alle Opfer der Kampfhandlungen. Ich verurteile die Gewalt und Zerstörung durch die russische Armee in der Ukraine scharf und hoffe zutiefst, dass der Krieg bald ein Ende nimmt und ein weiteres Blutvergießen verhindert wird“, erklärt Bischof Feige heute (4. März 2022).</p>



<p>Die Deutsche Bischofskonferenz unterhalte zahlreiche Beziehungen zu den orthodoxen Kirchen. Dazu gehöre seit vielen Jahren auch der bilaterale theologische Dialog mit der Russischen Orthodoxen Kirche, in den auch immer Repräsentanten der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchates eingebunden waren. „Wir sind uns bei diesem Dialog stets mit Respekt und Wertschätzung begegnet. Vor diesem Hintergrund hoffe ich auch, die Besorgnis über den Krieg, die Not der ukrainischen Bevölkerung und den Einfluss religiöser Argumente im Kriegsgeschehen vermitteln zu können. Es darf keine offene oder indirekte Unterstützung oder Legitimierung des russischen Krieges durch religiöse Akteure geben. Ich erhoffe mir von der Leitung der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats eine deutliche Stellungnahme gegen die militärische Aggression Russlands in der Ukraine und eine Berücksichtigung der vielen Stimmen von Gläubigen, Priestern und Bischöfen in der Ukraine und in Russland, die sich für ein Ende des Krieges und die Respektierung der ukrainischen Souveränität und der Grenzen des Landes einsetzen“, so Bischof Feige. Er fügt hinzu: „In der Ukraine leiden Gläubige aller Religionen und Konfessionen unter dem Krieg, und ich sehe es als pastorale Verantwortung des Moskauer Patriarchats an, für sie Partei zu ergreifen und einzutreten.“</p>



<p>In diesen Tagen hat sich auch die Arbeitsgruppe „Kirchen des Ostens“ der Ökumenekommission unter dem Vorsitz von Bischof Feige intensiv mit den Vorgängen in der Ukraine und den denkbaren Folgen für das Verhältnis zwischen den Kirchen beschäftigt. Angesichts der komplexen interkonfessionellen Beziehungen zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche, den anderen orthodoxen Kirchen weltweit, der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche und der römisch-katholischen Kirche befürchtet sie langfristige geistliche und pastorale Verwerfungen zwischen den Kirchen und ihren Gläubigen. „Die Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz und ihre Arbeitsgruppe ‚Kirchen des Ostens‘ werden sich dafür einsetzen, mögliche ökumenische Schäden abzuwenden“, so Bischof Feige.</p>



<p><a href="https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/bischof-feige-zum-krieg-in-der-ukraine-und-zu-den-oekumenischen-folgen" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-type="URL" data-id="https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/bischof-feige-zum-krieg-in-der-ukraine-und-zu-den-oekumenischen-folgen">Deutsche Bischofskonferenz</a></p>
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		<item>
		<title>Erklärung der Gruppe „Christliche Vision“ über die militärische Aggression gegen das Brudervolk der Ukraine und die Beteiligung des Regimes von Alexander Lukaschenko daran</title>
		<link>https://belarus2020.churchby.info/erklarung-der-gruppe-christliche-vision-uber-die-militarische-aggression-gegen-gegen-das-brudervolk-der-ukraine-und-die-beteiligung-des-regimes-von-alexander-lukaschenko-daran/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Vision]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Feb 2022 12:04:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Лісты і звароты]]></category>
		<category><![CDATA[ХРЫСЦІЯНСКАЯ ВІЗІЯ]]></category>
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					<description><![CDATA[24. Februar 2022 Heute morgen hat das Putin-Regime eine militärische Aggression gegen die Ukraine durchgeführt. Eines der Aufmarschgebiete dieser Aggression war das Territorium der Republik Belarus. Wir, Priester, TheologInnen und aktive Laien der orthodoxen, römisch-katholischen, griechisch-katholischen, anglikanischen und evangelischen Kirche, verurteilen aufs Schärfste die Aggression des Putin-Regimes gegen die Ukraine. Im Namen Jesu Christi rufen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://belarus2020.churchby.info/oswiadczenie-grupy-chrzescijanska-wizja-w-sprawie-militarnej-agresji-na-bratnia-ukraine-i-udzialu-w-niej-rezimu-aleksandra-lukaszenki/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/pl.png" alt="Przeczytaj po polsku" /></a> <a href="https://belarus2020.churchby.info/statement-of-the-christian-vision-working-group-of-the-coordination-council-regarding-military-aggression-against-fraternal-ukraine-and-alexander-lukashenkos-regime-involvement/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/en.png" alt="Read in English" /></a> <a href="https://belarus2020.churchby.info/zayava-grupi-hristiyanske-bachennya-z-privodu-vijskovo%d1%97-agresi%d1%97-proti-bratno%d1%97-ukra%d1%97ni-ta-uchasti-rezhimu-oleksandra-lukashenka-v-nij/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/ua.jpg" alt="Читати по-українськи" /></a> <a href="https://belarus2020.churchby.info/zayavlenie-gruppy-hristianskoe-videnie-po-povodu-voennoj-agressii-protiv-bratskoj-ukrainy-i-uchastiya-rezhima-aleksandra-lukashenko-v-nej/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/ru.png" alt="Читать на русском" /></a> <a href="https://belarus2020.churchby.info/zayava-grupy-hryscziyanskaya-viziya-nakont-vaennaj-agresii-supracz-braczkaj-ukrainy-i-udzelu-rezhymu-alyaksandra-lukashenki-u-yoj-2/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/by.png" alt="Беларуская" /></a> <a href="https://belarus2020.churchby.info/dichiarazione-del-gruppo-visione-cristiana-riguarda-laggressione-militare-contra-fraterna-ucraina-e-partecipazione-ad-essa-del-regime-di-lukashenko%ef%bf%bc/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2020/10/it.png" alt="Leggi in italiano" /></a> <a href="https://belarus2020.churchby.info/%ce%b4%ce%ae%ce%bb%cf%89%cf%83%ce%b7-%cf%84%ce%b7%cf%82-%ce%bf%ce%bc%ce%ac%ce%b4%ce%b1%cf%82-%ce%b7-%cf%87%cf%81%ce%b9%cf%83%cf%84%ce%b9%ce%b1%ce%bd%ce%b9%ce%ba%ce%ae-%ce%bf%cf%80%cf%84%ce%b9%ce%ba/"><img decoding="async" src="https://belarus2020.churchby.info/wp-content/uploads/2022/02/greek-kl.jpg" alt="Читать на греческом" /></a></p>


<p class="has-text-align-right">24. Februar 2022<br></p>



<p class="has-text-align-left">Heute morgen hat das Putin-Regime eine militärische Aggression gegen die Ukraine durchgeführt. Eines der Aufmarschgebiete dieser Aggression war das Territorium der Republik Belarus.</p>



<p class="has-text-align-left">Wir, Priester, TheologInnen und aktive Laien der orthodoxen, römisch-katholischen, griechisch-katholischen, anglikanischen und evangelischen Kirche, verurteilen aufs Schärfste die Aggression des Putin-Regimes gegen die Ukraine. Im Namen Jesu Christi rufen wir dazu auf, den Angriff und die militärische Aggression zu stoppen!</p>



<p class="has-text-align-left">Wir sind empört über das verfassungswidrige Vorgehen des Lukashenko-Regimes, das Territorium der Republik Belarus der ausländischen Armee zur Durchführung von Aggressionen gegen ein anderes Land zur Verfügung zu stellen. Wir fordern den sofortigen Rückzug der russischen Truppen aus dem Territorium von Belarus und das Ergreifen aller Maßnahmen, um die Beteiligung des belarussischen Militärpersonals an der Aggression zu verhindern. Im Namen Jesu Christi segnen wir jeden belarussischen und russischen Soldaten, der sich weigert, an einer militärischen Aggression teilzunehmen.</p>



<p class="has-text-align-left">Christus sagte: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Indem Alexander Lukashenko der Armee des Staates Zugang gewährte, der die militärische Aggression gegen das Brudervolk der Ukraine entfesselt hatte, verletzte er nicht nur die Verfassung der Republik Belarus, sondern auch das Gebot Christi. Der Usurpator entfesselte nicht nur Terror gegen das belarussische Volk, sondern machte es zu einem Komplizen bei Kains Sünde des Brudermordes. Der Schlag ins Herz des Brudervolkes, der aus belarussischem Territorium erfolgte, hat unser Land verunreinigt, und „das vergossene Blut wird von der Erde schreien“.</p>



<p class="has-text-align-left">Wir bringen unsere Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zum Ausdruck, die nun gezwungen sind, auf Mittel der bewaffneten Verteidigung gegen eine ausländische Invasion zurückzugreifen. Wir beten zusammen mit den Christen der Ukraine für die baldige Wiederherstellung des Friedens. Wir beten für all die unschuldigen Menschen, die gestorben sind. Das Leben und die Würde eines jeden von ihnen sind ein unbezahlbares Geschenk Gottes. Dieses Geschenk mit Füßen zu treten ist eine Sünde vor Gott, dem Schöpfer und Vater aller Menschen. Wir rufen zum Schutz aller angegriffenen Städte und Dörfer auf.</p>



<p class="has-text-align-left">Wir bitten die Kirchenleitung von Russland und Belarus, ihre autoritative Stimme zur Verteidigung des Friedens zu erheben, die Aggression zu verurteilen, die Regierung von Russland und Belarus aufzufordern, alle Feindseligkeiten einzustellen und den bereits angerichteten Schaden mit allen Mitteln zu kompensieren.</p>



<p class="has-text-align-left">Wir rufen die weltweite christliche Gemeinschaft zu Gebet und Solidarität auf und zur Unterstützung friedensstiftender Bemühungen, um die militärische Aggression zu beenden.</p>



<p class="has-text-align-left">Wir wenden uns an den allmächtigen Gott, den Schöpfer und Herrn der Geschichte der Völker und den Richter der menschlichen Schicksale. Herr, sende uns den Frieden Deines Reiches, in dem kein einziges Schwert gezogen wird. Segne uns, Deinen Lehren der Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe zu folgen. Möge Dein Heiliger Geist durch Hass verwundete Herzen heilen, den von Bosheit verdunkelten Verstand erleuchten, das Gewissen erwecken, das die Fähigkeit verloren hat, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.</p>



<p class="has-text-align-left">Wir beten für Frieden!</p>
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